Silikatfarbe - Bewährte Technologie mit Zukunftsorientierten Eigenschaften

Nachhaltig zu bauen bedeutet, in der Planung wie auch bei der Errichtung und der Nutzung der Gebäude einen effizienten Ressourcenumgang zu pflegen und den Einsatz von Energie und Rohstoffen zu optimieren. Der Wahl der Baumaterialien kommt dabei ein hoher Stellenwert zu, denn die Auswahl schadstofffreier und langlebiger Produkte bestimmt auch die Ökobilanz eines Gebäudes. Bei den Beschichtungen empfiehlt sich das mineralische Silikatsystem aus Farben und Putzen.

Silikatfarben sind alkalische Anstrichstoffe auf Basis von Kaliwasserglas. Weil sie früher nur mit mineralischen Pigmenten natürlichen Ursprungs hergestellt wurden, sind sie auch als Mineralfarben bekannt. Silikatfarben bilden keinen Film und verkleben nicht mit dem mineralischen Untergrund, sondern gehen eine chemische Verbindung mit ihm ein.

Daraus resultiert eine höchst beständige Verbindung zwischen Anstrich und Anstrichträger. Der Verkieselungsprozess betrifft die Putzschicht beziehungsweise die obere Schicht des Anstrichuntergrunds. Die chemische Verbindung mit dem Untergrund und die UV-Stabilität durch das Bindemittel Kaliwasserglas sind die wesentlichen Gründe für die hohe Lebensdauer von Silikatfarben.

Die Vorteile des Silikatsystems:

 

  • hohe Lebensdauer
  • hoch wasserdampfdiffusionsfähig
  • schimmelpilzvorbeugend aufgrund hoher Alkalität
  • frei von Konservierungsmitteln
  • hohe Farbtonstabilität durch rein anorganische Tönung

Silikatfarbe im Denkmalschutz

Silikatfarben eignen sich aufgrund ihrer größtenteils mineralischen Zusammensetzung ideal zum Einsatz an historischen Gebäuden und im Denkmalschutz. Besonders auf kalkreichen Untergründen sollten überwiegend hoch wasserdampfdiffusionsfähige Anstrichstoffe verwendet werden, um die hervorragenden bauphysikalischen Eigenschaften des Untergrunds zu unterstützen. Silikatfarben erzeugen einen ausgeglichenen Wasserhaushalt an der Fassadenoberfläche.

Die gute Wasserdampfdiffusionsfähigkeit gewährleistet, dass die im Bauteil enthaltene Feuchtigkeit ungehindert nach außen diffundieren kann. Die hydrophile Oberfläche sorgt in Kombination mit der Rohstoffauswahl dafür, dass die Bauteilaußenflächen kondensatfrei bleiben und Algen und Pilze hier keine Lebensgrundlage finden. So ist ein natürlicher Fassadenschutz ohne Biozidzusätze gegeben. Durch den Einsatz von Sol-Silikat, einer ausgewogenen Kombination aus hochwertigem Kieselsol und Kaliwasserglas, wird der Anstrich durch die schnelle Durchtrocknung höchst wetterbeständig und besonders farbtonstabil.

Gleichzeitig ist die Beschichtung nicht brennbar (A2 – s1,d0 nach DIN EN 13501). Auch kräftige und dunkle Farbgebungen sind mit Silikatfarben heute möglich. 

Silikatfarbe in historischen Innenräumen

Im Altbau, besonders in historischen Gebäuden, findet man oft sehr verschiedene Putzuntergründe und Altanstriche vor. Diese unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und können nicht mit jedem Anstrichsystem überarbeitet werden.

Es müssen demnach Produkte ausgewählt werden, die den Eigenschaften der Untergründe entsprechen, damit eine Schadensbildung vermieden wird. Für eine substanzschonende und fachgerechte Sanierung muss daher zunächst eine sorgfältige Analyse der vorgefundenen Untergründe und Anstriche erfolgen. Erst mit der genauen Kenntnis der Materialsituation und der fachkundigen Auseinandersetzung mit dem vorgefundenen Untergrund kann daraufhin ein passendes Beschichtungssystem erarbeitet werden.

Für das ausgewählte System sind besondere Produkteigenschaften gefragt. Hierbei steht die mineralische Zusammensetzung für einen homogenen Aufbau und ein sehr gutes Diffusionsvermögen für einen ausgeglichenen Feuchtehaushalt im Vordergrund – auch im Innenraum: also alles Anforderungen, bei denen silikatische Beschichtungen punkten können.

Silikatfarbe für moderne Fassaden

Fassadenfarben dienen nicht nur der Gestaltung von Gebäuden, sondern leisten einen wichtigen Beitrag zum dauerhaften Werterhalt und zum Schutz des Bauwerks vor Witterungseinflüssen und Umweltverschmutzung. Im Vordergrund steht dabei der Feuchteschutz, denn Feuchteeinwirkungen sind die Hauptursache für Bauschäden.

Vor Schadstoffen in der Luft, wie stickstoff- und schwefelhaltige Abgase (NO2 und SO2) oder Kohlendioxid (CO2), und den damit verbundenen Gefahren für die Bauteilschwächung müssen Fassaden ebenfalls geschützt werden. Silikatbeschichtungen sind durch ihre mineralische Zusammensetzung und die chemisch-physikalische Abbindung besonders langlebig. Feuchtigkeit aus dem Untergrund kann dank der hohen Diffusionsoffenheit nach außen gelangen, von außen anfallende Feuchte wird dank der hydrophilen Einstellung von der Beschichtung aufgenommen.

Silikatfarbe für wohngesunde Räume

Zu den „Anstrichstoffen mit mineralischen Bindemitteln“, wie die fachliche Definition von Mineralfarben lautet, gehören einerseits Kalk- und andererseits Silikatfarben. Kalkfarben werden typischerweise im Lehmbau und in der Denkmalpflege verwendet, haben sich aber auch als Antischimmelanstrich oder grundsätzlich in Feuchträumen bewährt. Sie sind allerdings nur bedingt witterungsstabil.
Silikatfarben hingegen gelten als besonders witterungsbeständig und langlebig. Sie werden daher gerne an der Fassade verwendet. Aber auch dem Innenraumklima kommt die Farbe mit ihrer hohen Diffussionsoffenheit zugute. Man sagt, eine mit Silikatfarbe gestrichene Wand ist so wasserdampfoffen wie ihr Untergrund, da die Farbe selbst den Dampf nicht aufhält. Das verhindert Bauschäden, da Feuchtigkeit aus dem Bau immer nach außen diffundieren kann. Zum anderen kann sich auch keine Kondensatfeuchte auf der Oberfläche bilden, was wiederum die Gefahr von Algen- und Pilzbefall reduziert.

Die Kraft des Kaliwasserglas

Innenfarben unterscheiden sich anhand ihres Bindemittels in zwei Gruppen: Farben mit mineralischem, also natürlichem Bindemittel, sowie Farben mit künstlichem Bindemittel. Silikatfarbe zählt zu den Anstrichmitteln mit natürlichen Bindemitteln. Sie enthält das sogenannte Kaliwasserglas, auch bekannt als Kaliumsilikat, das durch die Schmelze von Quarzsand und Pottasche entsteht. Das dabei gebildete Produkt wird für die Farbherstellung pulverisiert und in heißem Wasser gelöst. Dadurch entsteht flüssiges Wasserglas, das als Bindemittel für die Farben genutzt wird – ganz ohne Lösemittel, Weichmacher oder Konservierungsstoffe.

Haftung durch Verkieselung

Wird Silikatfarbe auf einen mineralischen Untergrund gestrichen, überzeugt sie durch besonders gute Haftung. Verantwortlich dafür ist die sogenannte Verkieselung, bei der das Kaliwasserglas chemisch mit einem mineralischen Untergrund reagiert und sich so dauerhaft mit diesem verbindet. Farben, die künstliche Inhaltsstoffe als Bindemittel besitzen, verkleben lediglich mit der entsprechenden Oberfläche und gehen diese stärkere Verbindung nicht ein. Somit gilt: Auf mineralischen Untergründen haftet Silikatfarbe besser als Dispersionsfarbe.

Ist Silikatfarbe Mineralfarbe?

Silikatfarbe zählt aufgrund ihrer anorganischen Bestandteile zur Gruppe der Mineralfarben. Deshalb ist in vielen Fällen von Silikatfarbe die Rede, wenn jemand über Mineralfarbe spricht. Das Bindemittel der Silikatfarbe ist Kaliwasserglas. Man unterscheidet zwischen Silikatfarbe ohne organischen Anteil und Dispersionssilikatfarbe, die nach DIN 18368 bis zu 5% organische Bestandteile enthalten darf. Dispersionssilikatfarbe lässt sich im Unterschied zu „reiner“ Silikatfarbe wesentlich leichter verarbeiten, ist aber ebenfalls hoch wasserdampfdurchlässig.

Vor- und Nachteile von Silikatfarbe

Innenwandfarbe mit Silikat verzichtet auf Lösungsmittel, Weichmacher und Konservierungsstoffe. Das macht die Wandfarbe außerordentlich umweltfreundlich und sorgt dafür, dass sie ein angenehmes Raumklima erschafft. Silikatfarbe ist daher ideal für Allergiker. Aufgrund der hohen Alkalität der Bestandteile finden Schimmelpilze auf Silikatfarbe keinen Nährboden. Mit ca. 12 Monaten ist Silikatfarbe genausolang lagerstabil wie Dispersionsfarbe, sodass hier kein Nachteil entsteht.
Den Vorteilen von Silikatfarbe stehen wenige Nachteile gegenüber, einer davon ist der höhere Preis. Silikatfarbe ist ein Premium-Produkt, der Liter ist in den meisten Fällen teurer als handelsübliche Dispersionsfarbe. Silikatfarbe haftet ausschließlich auf mineralischen Untergründen wie Zement, Beton, Gips und kalkhaltigen Untergründen. Mit anderen Oberflächen geht die Silikatfarbe keine Verkieselung ein, sodass hierfür eine Grundierung nötig ist.