LEHMFARBE – NATÜRLICHER, DIFFUSIONSOFFENER UND GESUNDER ANSTRICH FÜR WAND- UND DECKENFLÄCHEN IM INNENBEREICH

Lehmfarbe ist ein sehr gut deckender, ergiebiger und ökologischer Anstrich für Wand- und Deckenflächen im Innenbereich. Durch die Diffusionsoffenheit sind Lehmfarben besonders gut geeignet zum Streichen von Untergründen aus Lehm- und Kalkputz. Auch Flächen im Trockenbau, die aus Gipsfaser und Gipskartonplatten erstellt wurden, können Sie mit einem natürlichen Anstrich aus Lehmfarbe behandeln.

Den natürlichen weißen Farbton der geruchsarmen Lehmfarbe liefert Kaolin. Kaolin ist auch als Porzellanerde oder weiße Tonerde bekannt. Lehmfarben lassen sich mit natürlichen Pigmenten Abtönen und als Untergrund für die Lasurtechnik einsetzen. Als Anstrich eignen sich Lehmfarben für den gesamten Wohnraum, im Flur, in der Küche und auch im Bad. Besonders gut eignet sich ein Anstrich mit Lehmfarben im Kinderzimmer, im Schlafzimmer und im Wohnzimmer.

Lehmfarbe – einfache Verarbeitung auf unterschiedlichem Untergrund

Lehmfarbe kann gut auf saugfähigen, braunen oder auch roten Lehmputz ohne Tiefengrund gestrichen werden. Beim Verarbeiten sollte der erste Anstrich mit weißer Lehmfarbe dabei mit 10 Prozent Wasser verdünnt gestrichen werden. Der zweite Anstrich kann je nach Untergrundbeschaffenheit gleich deckend weiß oder mit Farbpigmenten abgetönt erfolgen.

Geeignete Untergründe für Lehmfarben können u.a. auch Kalk-, Gips- und Zementputze, gespachtelte Gipsfaser- und Gipskartonplatten, Beton sowie Raufasertapeten sein. Auch auf dem Putz einer >Wandheizung< und auf alten Anstrichen haftet und deckt die spannungsarme Lehmfarbe gut. Beim Letzteren sind jedoch vorab Probeanstriche empfehlenswert.

Claytec-Lehmbauplatten

Lehmbauplatten – Montage unter der Decke

In feuchten Kellern und auf alter Öl- und Latexfarbe sollte die Lehmfarbe nicht verstrichen werden. Auch bereits blätternde, alte Anstriche an Wand- und Deckenflächen sind zum direkten Streichen und Rollen mit Lehmfarben ungeeignet. In diesen Fällen muss zunächst durch Abwaschen oder Schleifen die alte Farbe abgenommen werden, um für Tragfähigkeit und Festigkeit zu sorgen.

Einen idealen Untergrund für den Anstrich mit Lehmfarbe im Innenbereich stellt ein >Lehmputz< dar. Dabei kann es ein fein gefilzter Lehmunterputz oder ein Lehmfeinputz sein. Möglich ist auch ein Anstrich auf Lehmkleber, mit dem zum Beispiel >Lehmbauplatten< oder Holzfaserplatten flächig gespachtelt wurden.

Lehmfarbe – Erfahrung und feuchtigkeitsregulierende Funktion

Verputze Wände und Decken stellen innerhalb von Gebäuden große Flächen dar. Für ein gutes und gesundes Raumklima mit feuchtigkeitsregulierender Funktion sollten diese Flächen entsprechend ausgestattet und auch gestrichen sein. Dazu gehört aus Erfahrung die Wahl des Putzes und vor allem des richtigen Anstrichs.

Zur klimaregulierenden Funktion einer Wandfarbe gehört zunächst die Diffusionsoffenheit. Des Weiteren darf die Farbe selbst durch Inhaltsstoffe wie synthetische Bindemittel / Kunstharze die Raumluft nicht belasten. Durch den Anstrich mit Lehmfarben sind beide Bedingungen erfüllt.

Auch durch erneutes Überstreichen der Decken- und Wandflächen bei einer Renovierung wird der Feuchtigkeitsaustausch durch die schnell trocknende Lehmfarbe nicht gestört und somit eine gute und gesunde Raumluft gefördert.

Lehmfarbe benötigt keinen besonderen Untergrund

Sie können Ihre Wände und Decken direkt mit Lehmfarbe streichen. Denn in erster Linie muss der Untergrund trocken, saugfähig und frei von Fettflecken oder Ausblühungen oder sonstigen durchschlagenden Stoffen sein. Sie können mit der Lehmfarbe einen Neuanstrich auf Tapete, Putz oder Gipskartonplatte ausführen. Hierfür benötigen Sie keinen Tiefengrund und keine andere Grundierung. Sie können Wand und Decke mit alten Anstrichen überstreichen. Hier müssen die Anstriche fest und überstreichbar sein. Die neue Lehmfarbe lässt sich perfekt über vorhandenen Lehm- oder Kalkputz streichen.

Lehmfarbe ist bunt!

Wählen Sie aus über 700 wunderschönen Naturfarben aus und lassen sich inspirieren für Ihr Bauprojekt. Einige der Farbtöne zeigen wir in unserem Biobaumarkt auf den Wänden und Muster-Displays. Für alle Farbtöne haben wir schöne, große Farbmuster und Farbkarten, die Sie bei Bedarf auch ausleihen können. Und viele der abgetönten Lehmfarben können Sie dann sofort mitnehmen und mit Ihrem Projekt direkt anfangen.

Lehmfarbe macht unsere Räume gesünder!

Lehmfarben sind Naturfarben. Sie enthalten keine Lösemittel, keine VOCs oder Ähnliches.

Außerdem können Lehmanstriche unser Wohlbefinden fördern. Nicht nur durch deren Schönheit. Die Lehmfarben haben Eigenschaften, die die Raumluft verbessern ja geradezu reinigen können: Sie regulieren die Luftfeuchtigkeit, laden sich nicht elektrostatisch auf – was einen großen Einfluss auf die Staubentwicklung im Raum hat – sie können Gerüche binden und sie wirken antibakteriell.

Welche Vorteile hat Lehmfarbe?

Natürliche Bestandteile

Lehmfarbe besteht in der Regel aus natürlichen Komponenten. Sie setzt daher auch nach dem Streichen keine Wohngifte frei. Vorsicht ist aber bei streichfertigen Produkten geboten. Sie enthalten Konservierungsmittel, um die Farbe haltbar zu machen. Diese können auch nicht natürlichen Ursprungs sein. Schaut unbedingt, was auf der Verpackung steht. Denn synthetische Konservierungsmittel sind ein bekannter Auslöser für Allergien.

Leichte Verarbeitung

Die cremige Konsistenz verhindert lästiges Tropfen. Streichfertige Produkte sind für DIY-Anfänger daher gut geeignet.

Gutes Raumklima

Wie viele andere Naturwandfarben steht auch Lehmfarbe im Ruf, durch die Atmungsaktivität für ein gutes Raumklima zu sorgen. Zwar ist es richtig, dass Lehm Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt, speichert und nach und nach wieder an die Raumluft abgibt. Einen umfassenden Effekt auf das Raumklima hat der Anstrich mit Lehmfarbe aber nur, wenn auch der Untergrund nicht versiegelt ist, so die Zeitschrift Ökotest in ihrem Produkttest. Ihren Beitrag zur Wohngesundheit kann Lehmfarbe am besten in Kombination mit einem ebenfalls atmungsaktiven Untergrund leisten. Naheliegend ist es, auf denselben Baustoff zurückzugreifen und die Wand – wenn sie noch nicht verputzt ist – mit einem Lehmputz vorzubereiten. Eine zu geringe Luftfeuchtigkeit, unter der unsere Schleimhäute leiden, wird so ebenso vermieden, wie eine zu hohe. Sie fördert Schimmelbildung.

Reparaturfähigkeit

Lehmfarbe kann mit Wasser jederzeit wieder angelöst werden. Kleinere Macken könnt ihr so leicht reparieren.

Geruchsabsorbierend

Lehm hat nicht nur die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen. Die Tonminerale absorbieren auch Gerüche und Schadstoffe.

Antistatisch

Lehm kann sich nicht elektrostatisch aufladen. Der Anstrich wird also keine Schmutzpartikel aus der Luft anziehen. Ein großes Plus für alle Allergiker.

Umweltfreundliche Herstellung

Die Rohstoffe für Lehmfarben sind ökologischer Herkunft. Die Naturfarbe ist damit häufig umweltfreundlicher als herkömmliche Farben. Auch in einigen Regionen in Deutschland wird Ton abgebaut. Die Farbe ist im Idealfall also sogar ein lokales Produkt.

 

Lehmstreichputz – Wandfarbe mit Putzcharakter – ideal auch für die Lasurtechnik

Alternativ zum glatten Farbanstrich können Sie Ihre Wand- und auch die Deckenflächen mit einem leicht körnigen >Lehmstreichputz< bearbeiten. Der Lehmstreichputz ist wie die Lehmfarbe ein diffusionsoffener und lösungsmittelfreier Anstrich, der durch Marmorsande beim Auftragen auf glatten Flächen wie dem Gipsputz, Gipskarton- und Gipsfaserplatten eine schöne Struktur mit Putzcharakter aufweist.

Streichputze eignen sich hervorragend zur Raumgestaltung mit Lasurtechnik. Die Lasurtechnik ist eine einfache Möglichkeit der individuellen Wandgestaltung im Wechselspiel von übereinander gelagerten Farben. Die lebendige und changierende Optik der Lasurtechnik lässt sich sowohl auf Lehmfarben und auch auf Lehmstreichputzen gut ausführen. Genauere Informationen finden Sie unter: >Lasurtechnik<